Quick Translation | Das Original, auf Deutsch
Welt Online | Von Jacques Schuster | 14. Juni 2010
Der Westen braucht neue Verbündete in Afghanistan
Die Zeit westlicher Präsenz in Afghanistan läuft ab und Geld für neue Truppen ist rar. Wir brauchen neue Ideen.
![kundus_gottesdienst_987026p[1]](http://afpakwar.com/blog/wp-content/uploads/2010/06/kundus_gottesdienst_987026p1.jpg)
Das Bundeswehrlager in Kundus. In ihrer vorübergehenden Heimat halten die Soldaten gemeinsame Gottesdienste ab. (Photo: DPA)
Sie tut das nicht, weil das amerikanische Imperium bei einem längeren Aufenthalt am Hindukusch unterginge. Kein einziges Reich in der Weltgeschichte ist wegen Afghanistan zugrunde gegangen – weder das makedonische noch das sowjetische. Die Zeit läuft aus, weil der innenpolitische Druck zunimmt und kein Politiker inmitten der Wirtschaftskrise bereit ist, die Kosten des Krieges zu übernehmen. Jeder westliche Soldat in Afghanistan kostet pro Jahr eine Million Dollar. Wer ist angesichts dieser Summe mutig genug, eine Aufstockung der Truppen zu fordern?
Nachbarn in der Verantwortung
Manche Beobachter werden einwenden, dass die gut 100.000 Mann, die bis Ende 2010 in Afghanistan stationiert sein werden, ausreichen. Sie vergessen: Die Truppenzahl entspricht der von 1982. 110.000 russische Soldaten standen 1982 in Afghanistan. Schon damals suchte Breschnew nach Wegen, die eigenen Jungs herauszuholen. 100.000 Mann reichen also nicht aus. Gleichzeitig weiß man, dass nicht mehr Soldaten dazukommen werden. Der Schluss daraus ist klar: Die Taliban müssen vor allem politisch geschwächt werden.
Das aber kann nicht nur mithilfe Pakistans geschehen. Amerika setzt zu stark auf das afghanische Nachbarland, dessen dunkle Kräfte noch immer nicht davon ablassen, die Taliban zu decken. Auf einer Konferenz in Kabul sollten Inder, Chinesen, Russen und Amerikaner den Beistand und die Unabhängigkeit der Regierung Karsai garantieren. Es wird Zeit, dass die Nachbarn Verantwortung übernehmen. Nicht nur, um den Westen zu entlasten, aber auch deswegen. Zumindest Inder und Chinesen sind bereit dazu.
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Quelle: Welt
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